Fast ein Drittel der untersuchten Praxen wird von keiner KI empfohlen. Für diese Erhebung habe ich 252 fachspezifische Praxen in Mannheim, Augsburg und Nürnberg über ChatGPT, Google AI Mode und Perplexity geprüft — 648 gültige Antworten, 5.867 ausgewertete Quellen. Die vier zentralen Befunde:
1. Fast ein Drittel ist unsichtbar
31 % der Praxen werden in keinem der drei Systeme namentlich empfohlen; je nach Stadt und Fach zwischen 10 % und 38 %. Zahnarztpraxen schneiden schlechter ab (37 % unsichtbar) als Ästhetikpraxen (24 %).
2. Die Systeme unterscheiden sich stark
ChatGPT nennt Praxen am häufigsten (48 % nicht genannt), Google AI Mode am seltensten (58 %), Perplexity liegt dazwischen (53 %). Ein Viertel der sichtbaren Praxen taucht nur in einem einzigen System auf — ein System zu messen genügt also nicht.
3. Portale entscheiden
Nach Google selbst dominieren Verzeichnisse: Jameda (456 Zitierungen), Doctolib (295), werkenntdenbesten (128). Die erste unabhängige Praxis-Website erscheint erst weit hinten. Die KI zitiert nicht die Praxis — sie zitiert die Liste, auf der die Praxis steht.
4. Die Anzahl der Bewertungen sagt die Empfehlung voraus
Empfohlene Praxen haben im Median 50 Google-Bewertungen, nie empfohlene nur 24. Ab etwa 150 Bewertungen wurde in dieser Erhebung jede Praxis von mindestens einem System genannt. Die Sternebewertung macht dagegen kaum einen Unterschied.
Methodik
Zwölf patiententypische Fragen je Kategorie, ohne Praxisnamen, je drei Läufe und System, über die echten Oberflächen. Als „genannt" zählt nur eine namentliche Empfehlung in der KI-Antwort — nicht ein Karten- oder Quelleneintrag. Fachfremde Betriebe wurden ausgeschlossen. Die Rohantworten sind gespeichert und nachprüfbar.
Eigene Erhebung, September 2026. 252 Praxen, 648 gültige KI-Antworten, 5.867 Quellen.
