Ja — aber es ist die Anzahl der Bewertungen, nicht die Höhe der Sterne. In einer eigenen Auswertung von 648 KI-Antworten über 252 Praxen hatten von der KI empfohlene Praxen im Median 50 Google-Bewertungen, nie empfohlene nur 24. Ab rund 150 Bewertungen wurde praktisch jede Praxis von mindestens einem KI-System genannt. Die durchschnittliche Sternebewertung unterschied sich dagegen kaum.
Was die Daten zeigen
Für diese Auswertung habe ich 252 fachspezifische Praxen (ästhetische Medizin und Zahnmedizin) in Mannheim, Augsburg und Nürnberg daraufhin geprüft, ob ChatGPT, Google AI Mode oder Perplexity sie auf patiententypische Fragen hin namentlich empfehlen. Anschließend habe ich das mit der Zahl ihrer Google-Bewertungen zusammengeführt. Das Muster ist eine klare Treppe:
| Google-Bewertungen | Praxen | davon empfohlen |
|---|---|---|
| 1–49 | 140 | 56 % |
| 50–149 | 65 | 85 % |
| 150–499 | 25 | 100 % |
| 500+ | 9 | 100 % |
Unter 50 Bewertungen ist eine Empfehlung durch die KI ein Münzwurf. Oberhalb von 150 Bewertungen wurde in dieser Erhebung keine einzige Praxis von allen Systemen übersehen. Im Median hatten empfohlene Praxen 50 Bewertungen, nie empfohlene 24.
Warum die Anzahl zählt — und nicht die Sterne
Der überraschende Teil: Die Sternebewertung macht kaum einen Unterschied. Empfohlene Praxen lagen im Median bei 4,90 Sternen, nie empfohlene bei 4,70 — beide also hervorragend. Fast alle Praxen haben gute Sterne; was sie unterscheidet, ist die Menge der Bewertungen. Das passt zur Mechanik der KI-Suche: Die Systeme zitieren überwiegend Portale wie Jameda, und Portale sortieren nach Bewertungsanzahl. Wer dort oben steht, landet in der Liste, aus der die KI ihre Empfehlung zieht.
Zusammenhang — kein Beweis
Wichtig und ehrlich: Das ist ein deutlicher Zusammenhang, keine bewiesene Ursache. Viele Bewertungen gehen oft mit etablierten, größeren Praxen einher, die ohnehin mehr Web-Präsenz und Portaleinträge haben. Mehr Bewertungen allein sind also kein Schalter, der Sichtbarkeit garantiert — aber sie sind einer der wenigen Hebel, den eine Praxis direkt in der Hand hat, und sie zahlen messbar auf die KI-Empfehlung ein.
Was Kliniken daraus konkret tun sollten
Bewertungen systematisch und regelkonform aufbauen — zufriedene Patientinnen und Patienten aktiv, aber ohne Anreiz oder Vorauswahl um eine ehrliche Google-Bewertung bitten. Das Ziel ist nicht die perfekte Note, sondern die belastbare Menge: der Sprung über die 50er- und 150er-Schwelle verändert die Sichtbarkeit am stärksten. Parallel gilt: Bewertungen wirken über die Portale, nicht direkt — die eigene Präsenz auf den von der KI zitierten Verzeichnissen gehört also dazu.
Datengrundlage: eigene Erhebung, September 2026. 648 gültige KI-Antworten (ChatGPT, Google AI Mode, Perplexity), 252 fachspezifische Praxen in Mannheim, Augsburg und Nürnberg; fachfremde Betriebe ausgeschlossen. Als „empfohlen" zählt nur eine namentliche Nennung in der KI-Antwort, nicht ein Karten- oder Quelleneintrag.
