ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews nehmen ihre Quellen aus einem Suchindex und aus dem Live-Abruf einzelner Seiten. ChatGPT Search stützt sich stark auf den Bing-Index, Perplexity auf einen eigenen Index plus Live-Web, Google AI Overviews auf den Google-Index. Welche Quelle zitiert wird, entscheidet die KI nach Relevanz, Struktur, Aktualität und Vertrauen – nicht nach Werbebudget. Wer nicht im Index steht oder die KI-Crawler blockiert, existiert für die Antwort schlicht nicht.
Woher kommen die Quellen: Index oder Live-Abruf?
Antwortmaschinen kombinieren zwei Mechanismen. Erstens einen Index – eine vorab aufgebaute Datenbank gecrawlter Seiten, aus der die KI schnell Kandidaten zieht. Zweitens den Live-Abruf, bei dem die KI eine konkrete Seite im Moment der Frage abruft, etwa wenn ein Nutzer einen Link teilt oder die KI aktuelle Infos braucht.
- ChatGPT Search stützt sich wesentlich auf den Bing-Index – wer in Bing nicht auffindbar ist, hat es in ChatGPT schwer.
- Perplexity nutzt einen eigenen Index und ergänzt ihn um Live-Web-Abrufe.
- Google AI Overviews speisen sich aus dem Google-Index und bevorzugen Quellen mit starkem E-E-A-T.
Welche Bots holen die Inhalte?
Jeder Anbieter betreibt mehrere Crawler mit unterschiedlichen Aufgaben. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Sie in der robots.txt gezielt steuern, wer darf und wer nicht. Ein Überblick über die wichtigsten (Stand 2026):
| Anbieter | Bot | Aufgabe |
|---|---|---|
| OpenAI | GPTBot | Training der Modelle |
| OpenAI | OAI-SearchBot | Index für ChatGPT Search |
| OpenAI | ChatGPT-User | Live-Abruf bei Nutzeraktion |
| Anthropic | ClaudeBot / Claude-SearchBot | Training / Such-Index |
| Perplexity | PerplexityBot | Index für Perplexity-Antworten |
| Perplexity | Perplexity-User | Live-Abruf für einen Nutzer |
| Googlebot | Index inkl. AI-Funktionen | |
| Google-Extended | Steuert Gemini-Nutzung | |
| Apple | Applebot | Index für Siri und Apple-Antworten |
Wollen Sie in KI-Antworten zitiert werden, müssen die Retrieval- und Live-Bots (OAI-SearchBot, ChatGPT-User, PerplexityBot, Perplexity-User, Google-Extended, Applebot) zugelassen sein. Ob Sie zusätzlich die Training-Bots (GPTBot, ClaudeBot) erlauben, ist eine strategische Entscheidung – für Sichtbarkeit zählen vor allem die ersten.
Nach welchen Kriterien wählt die KI eine Quelle aus?
Aus den sichtbaren Mustern in KI-Antworten lassen sich fünf wiederkehrende Auswahlkriterien ableiten:
- Relevanz – beantwortet die Passage exakt die gestellte Frage?
- Struktur – lässt sich die Antwort sauber als Baustein herausziehen? (siehe LLM-Readability)
- Aktualität – ist der Inhalt jung oder sichtbar gepflegt?
- Konsens & Autorität – bestätigen andere vertrauenswürdige Quellen dieselbe Information?
- Entitäts-Klarheit – ist eindeutig, wer die Quelle ist? (siehe Entität werden)
Warum taucht meine Seite nicht auf?
Die häufigsten Gründe, warum eine Klinik gar nicht erst als Quelle in Frage kommt:
- Die KI-Crawler sind per robots.txt blockiert – oft unbeabsichtigt.
- Die Seite ist in Bing (für ChatGPT entscheidend) nicht oder schlecht indexiert.
- Der Inhalt ist dünn oder beantwortet keine konkrete Frage.
- Zentrale Inhalte werden erst per JavaScript nachgeladen und vom Crawler nicht gesehen.
- Die Klinik ist als Entität unklar – widersprüchliche Angaben, kein Schema, keine externen Bestätigungen.
Was folgt daraus für Kliniken?
Die Quellenlogik ist kein Geheimnis, sondern eine Kette: indexiert sein, Crawler zulassen, Inhalte klar strukturieren, als Entität erkennbar sein, Vertrauen aufbauen. Jedes Glied ist prüfbar. Wo Sie heute stehen, lässt sich messen – wie, steht im Beitrag KI-Sichtbarkeit messen.
Der Vorteil dieser Nüchternheit: Nichts davon ist Glückssache. Es ist Systematik – und genau so gehe ich es an.
